Bauabschnitt I: Errichtung des Übungsplatzes inklusive Erschließung
Wo vor wenigen Wochen noch eine Wiese war, bestimmen aktuell Bagger, Walzen und Schotter-LKWs das Bild. Die Fahrschule Jaufer baut in Inzing ihren neuen Standort. Eine Tiefbaufirma baut derzeit das Fundament, damit der „Safe Space“ für alle Rookies im Juni ready ist. Mittendrin im staubigen Geschehen: Frau Race Director selbst. Wenn man Barbara nicht gerade bei den Baubesprechungen antrifft, steht sie auch schon mal in Fischerhosen mitten im Naturteich auf dem Areal. Polier Stefan, Fahrschul-Chefin Barbara und Fahrlehrerin Eva geben ehrliche Insides.
DER UNTERBAU: BELASTBAR WIE EINE AUTOBAHN
Wer später auf dem Platz fährt, sieht nur eine Asphaltdecke. Die eigentliche Arbeit liegt in der Tiefe. Da steckt jede Menge Technik darunter. Umwelt- und Naturschutz bleiben dabei nicht auf der Strecke. Polier Stefan und sein Tiefbau-Team sorgen dafür, dass der neue Übungsplatz in Inzing toughen Standards standhält. Der Platz wird so massiv gebaut, dass er eine offizielle LKW-Zulassung erhält. Für den Erdaushub haben die Jungs rund zwei Wochen gebraucht. Gefunden haben sie sogar vergrabene Autoteile. Mystisch.
Für Rookies bedeutet der massive Unterbau: keine gefährlichen Schlaglöcher, keine Buckelpiste, dafür maximaler Grip bei der ersten Vollbremsung. Selbst bei einem extremen Starkregen oder einem Jahrhunderthochwasser säuft der Platz nicht ab. Die Griffigkeit der Fahrbahn bleibt gesichert.
Insider-Wissen für Tech-Liebhaber:
Eine Geotechnikfirma hat vorab alles digital vermessen. Die GPS-Daten im Bagger-Cockpit zeigen den Jungs zentimetergenau die perfekte Grabungstiefe an.
Polier Stefan verlässt sich aber nicht blind auf die Technik. Nope. Er nutzt eine analoge Schnur, seinen persönlichen Cheat-Code sozusagen, damit am Ende wirklich alles passt.
„Wir bringen ein spezielles Geotextilvlies auf den verdichteten, vorbereiteten Boden. Es sorgt für eine perfekte Druckfestigkeit und verhindert, dass sich die nächste Schicht mit dem Boden vermischt. Auf das Vlies und direkt unter dem Asphalt kommt dann ein 60 cm dicker Frostkoffer, also eine Schotterschicht. Dann wird die 8 cm Tragschicht asphaltiert. Sie fängt das Gewicht der Fahrzeuge auf und verhindert, dass gefrierendes Wasser im Winter den Asphalt sprengt. Danach folgt eine 3 cm dünne Deckschicht mit einer feinen Körnung. Sie transportiert das Wasser optimal ab“, erzählt Polier Stefan.
Verantwortung statt Greenwashing: Das Wasserthema
Weil eben ein Projekt dieser Größe immer einen Fußabdruck in der Natur hinterlässt, arbeitet die Fahrschule Jaufer nicht mit grünen Werbesprüchen, sondern mit handfesten, bautechnischen Lösungen gegen die Bodenversiegelung. Ein enormer Aufwand sichert den natürlichen Wasserkreislauf. Stefan erklärt das Entwässerungssystem: „Das Regenwasser läuft kontrolliert an der Nordseite des Platzes in eine riesige Mulde ab“. In dieser Mulde baut das Team ein mehrschichtiges Filtersystem auf. Ganz unten liegen grobkörnige Steine, darüber kommt ein Trennvlies und on top ein spezielles Humusgemisch. Dieses System reinigt das Oberflächenwasser mechanisch und biologisch.
„Der Übungsplatz liegt auf rund 598 Metern, das Grundwasser etwa 10 Meter tiefer auf 588 Metern. Es bleibt also genug Platz für eine saubere Versickerung“, so Polier Stefan.
Die ersten Fahrschüler ab Sommer im neuen Safe Space
Wer aufmerksam ist, merkt, dass der Asphalt nicht bis an das zukünftige Gebäude heranreicht. Noch nicht. Stefan hält bewusst zwei Meter Sicherheitsabstand. Der Grund: Wenn demnächst die Hochbaufirma anrückt, um das neue Fahrschul-Gebäude zu errichten, würden die schweren Maschinen die Kanten der frischen Asphaltschicht sofort zerstören. Erst im nächsten Jahr, wenn der Hochbau komplett fertiggestellt ist, wird die verbleibende 2-Meter-Lücke geschlossen und die finale, feine 3 Zentimeter dicke Deckschicht über den gesamten Platz gezogen.
Ab Juni wartet hier der absolute Safe Space. Wenn vor der allerersten Fahrstunde die Nervosität kickt, beruhigt Fahrlehrerin Eva: „Auf der Straße hast du sofort den Druck: hupende Autos hinter dir, Stress an der Ampel und das Gefühl, alles perfekt machen zu müssen. Der neue Übungsplatz ist wie dein Level 0 im Game. Keine fremden Autos, keine Wartezeiten und null Stress“, verrät Fahrlehrerin Eva. „Hier kannst du die Kupplung 20-mal kommen lassen, bis du den Schleifpunkt blind spürst. Erst dann lassen wir dich raus auf die Menschheit. Ein absoluter Vorteil für alle ist, dass wir direkt aus dem Gebäude rausgehen und schon auf dem Übungsplatz stehen. Wir müssen nicht erst dorthin fahren Alles ist an einem Ort vereint. Das spart echt Zeit.“
Der „Barbara-Vibe“: Kein gewöhnlicher Boss
Bei der Gestaltung des Areals überließ Inhaberin Barbara nichts dem Zufall und band ihr Team von Beginn an aktiv in die Planung ein. Dieser gelebte Teamgeist führt zu praxisnahen Ideen, wie Fahrlehrerin Eva schwärmt: „Auf etwas freue ich mich total. Fahrzeugerklärungen müssen ab sofort nicht mehr in der prallen Sonne, im strömenden Regen auf dem Übungsplatz oder in einer dunklen, kalten Garage stattfinden. Dafür haben wir zukünftig unseren Showroom.“
Fahrschul-Boss Barbara brennt für das Projekt und beweist, dass moderne Infrastruktur und Umweltschutz Hand in Hand gehen können. Direkt neben dem Platz grenzt etwa eine geschützte Umweltzone mit einem kleinen Bach. In dieser Zone heißt es für Stefans Team während der gesamten Tiefbauarbeiten und darüber hinaus: Don’t touch! Auf der Versickerungsmulde lässt Barbara eine spezielle Saatenmischung für Wildbienen und Schmetterlinge wachsen.
„Der Ort fühlt sich schon seit der ersten Begehung magisch an. Ich bin echt dankbar, dass mein Team so mitzieht. Viele schauen sogar an den Wochenenden freiwillig vorbei. Wir saßen hier schon nach getaner Arbeit zusammen, völlig dreckig von oben bis unten, haben in einem alten Topf ein Lagerfeuer gemacht und einfach Würstchen gegrillt. Man braucht nicht viel, um glücklich zu sein. Wenn man sich auf diese Basics besinnt, fühlt sich das einfach nur gut an“, grinst Barbara, die sichtlich Stolz auf ihr Team ist.
Ihr Spirit zieht nun direkt weiter in die nächste Bauphase: der Spatenstich für das Fahrschulgebäude direkt am Naturteich steht an.
Die Updates zum Baufortschritt findest du hier. Nicht verpassen.
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